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Ein November voller Aktion im hdgö
 
 
 
Im November tritt das hdgö voller Aktionen gegen Antisemitismus ein und geht aktiv gegen Vorurteile vor. Foto: Lorenz Paulus / hdgö

Ein November voller Aktion im hdgö

Im November wird unser Museum vier Jahre alt – und hat seit der Gründung 2018 bereits einige Meilensteine aktueller Zeitgeschichte dokumentiert und diskutiert. Dazu zählen etwa die Ibiza-Affäre, die erste Bundeskanzlerin der Republik, Wahlkämpfe, Regierungsumbildungen, eine globale Pandemie mit unterschiedlichsten Auswirkungen, der Krieg in Europa und seine wirtschaftlichen wie gesellschaftlichen Folgen. Besonders stolz sind wir darauf, dass wir uns in kürzester Zeit als Bildungsort fest etabliert haben. Ein Zeichen dafür ist auch unsere „Aktionswoche gegen Antisemitismus“, die wir heuer erstmals von 4.-11. November veranstalten.
 
Unsere Motivation ist ganz einfach: Antisemitismus darf in Österreich keinen Platz haben, doch er ist latent – und öfters sogar ganz offensiv – vorhanden. Wir sind überzeugt: Wissen schafft Bewusstsein, und daran arbeiten wir mit unserem Angebot Tag für Tag. Mit dieser Aktionswoche, die rund um das historische Datum der Novemberpogrome 1938 stattfindet, wirken wir aktuellen Verschwörungstheorien entgegen und gehen aktiv gegen Vorurteile vor. Damit wollen wir auch alle ermutigen, zu agieren und gegen Antisemitismus Position zu beziehen, anstatt wegzuschauen oder wegzuhören.
 
Für ein „Niemals wieder“ stellen wir zusätzlich viele digitale Inhalte auf unserer Webseite bereit. Auch mit unseren Ausstellungen mobilisieren wir aktiv gegen Antisemitismus – national wie international: Die hochgelobte hdgö-Schau „Das Wiener Modell der Radikalisierung. Österreich und die Shoah“, die im den vergangenen zwölf Monaten am Heldenplatz, in Floridsdorf und zuletzt in Budapest zu sehen war, eröffnet am 10. November in Kooperation mit dem Österreichischen Kulturforum in der Wiener Holocaust Library in London.
 
In Wien ist die Wanderausstellung „Was wir fordern! Minderheitenbewegungen in Österreich“ der Initiative Minderheiten neu in unserem Foyer zu sehen: Sie zeigt eindrucksvoll, welche Anstrengungen und Ausdauer notwendig waren und sind, um Diskriminierungen zu beseitigen. Alle Ziele sind noch lange nicht erreicht. Gerade deshalb wollen wir auch in diesem Bereich Bewusstsein wecken – und gemeinsam einen Schritt weiter in Richtung Gleichstellung gehen. Besuchen Sie uns und erfahren Sie mehr!
 
Ihre Monika Sommer und das Team des hdgö

 
 
Was wir fordern!
Wir stehen heute da, wo wir sind, weil schon so viele Aktivist*innen vor uns gekämpft haben.“ Die Sprecherin des Black Voices Antirassismus-Volksbegehrens Noomi Anyanwu ist eine von zahlreichen Aktivist*innen, die in der Ausstellung „Was wir fordern! Minderheitenbewegungen in Österreich“ zu Wort kommen. Die Schau schildert Geschichte und Geschichten sowie die Forderungen von insgesamt zwölf Minderheitengruppen, die für gleiche Rechte eintreten. Dabei zeigt sie auch, welche Bevölkerungsgruppen immer noch gegen Diskriminierungen zu kämpfen haben – sei es wegen ihrer Hautfarbe, ihrer Religion oder einer Behinderung. Die Wanderausstellung der Initiative Minderheiten ist aktuell im Foyer des hdgö zu sehen.
Im Foyer: Was wir fordern!
 
 
 
Aktiv gegen Antisemitismus
Antisemitische Vorfälle, Holocaust-Relativierungen und Verschwörungserzählungen haben im Umfeld der Corona-Proteste in den vergangenen Monaten stark zugenommen. Das hdgö als Bildungsort setzt ein Zeichen gegen diese Entwicklung und veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem OeAD-Programm erinnern.at und LIKRAT eine Aktionswoche gegen Antisemitismus, die am 4. November startet. Die verschiedenen Formen und Funktionen von Antisemitismus sowie ihre Auswirkungen für Betroffene zu kennen, ist ein wichtiger Pfeiler in der Prävention. Bis 11. November gibt es daher volles Programm im hdgö: Workshops, Gespräche, Vorträge, Diskussionen und Führungen gegen Antisemitismus warten auf Jugendliche und erwachsene Besucher*innen.
Aktionswoche gegen Antisemitismus
 
 
 
1938: Novemberpogrom
Am 7. November 1938 verübte der 17-jährige Herschel Grynszpan ein Attentat auf Ernst vom Rath, zweiter Legationsrat der deutschen Botschaft in Paris. Anlass dazu war die Nachricht über die Abschiebung polnischer Jüd*innen über die polnisch-deutsche Grenze. Der Tod Ernst vom Raths am 9. November diente den nationalsozialistischen Machthabern als willkommener Vorwand für eine groß angelegte Gewaltaktion, die als „Rache” gegen die jüdische Bevölkerung getarnt wurde. Im gesamten Deutschen Reich wurden Synagogen und Bethäuser zerstört sowie Wohnungen und Geschäfte verwüstet. Der zynisch geprägte NS-Begriff der „Reichskristallnacht“ bezieht sich auf das zerbrochene Glas, das nach den Zerstörungen die Straßen bedeckte. Lesen Sie mehr zu weiteren Ereignissen im Lexikon und unserer
Online-Themensammlung zu Antisemitismus
 
 
 
Oranges Nein zur Gewalt an Frauen
Die UN-Kampagne „Orange The World“ macht seit 1991 auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam. Auch das hdgö leistet einen aktiven Beitrag: Als Startschuss findet am 24. November ein dialogischer Rundgang mit Kurator Stefan Benedik durch die hdgö-Hauptausstellung statt. Außergewöhnlichen Objekte aus der hdgö-Sammlung sind thematische Anker: Warum wird sehr häufig Migration erwähnt, wenn über Gewalt in der Familie gesprochen wird und was hatte eine Schwarze Motorradfahrerin in den Dreißigerjahren dazu zu sagen? Wie können Safe Spaces aussehen, welche Ideen haben Bilderbücher vor hundert Jahren dazu verbreitet? Eine Fokusführung am 27. November beschäftigt sich wiederum mit den Kämpfen von Frauen um politische Teilhabe und Gleichberechtigung.
„Keine Privatsache. Geschlecht, Gewalt und Geschichte” am 24.11.2022
 
 
 
Verkaufen, aufbewahren oder zerstören?
Auf unseren Social Media-Kanälen teilen wir laufend Geschichte und Geschichten. Besonders oft gesehen wurde im Oktober ein Beitrag zum Nachdenken und Mitstimmen: Stellen Sie sich vor, Sie räumen die Wohnung Ihrer verstorbenen Großmutter aus. Sie wissen schon lange, dass im Nachtkästchen noch ihr “Mutterkreuz” liegt. Das war eine Auszeichnung, die im Nationalsozialismus an kinderreiche, “arische” Mütter verliehen wurde. Das “Mutterkreuz” hätte heute einen Marktwert von ca. 35 bis 100 Euro. Was würden Sie damit tun? Verkaufen, aufbewahren oder zerstören? Diese Themen diskutiert die hdgö-Ausstellung „Hitler entsorgen. Vom Keller ins Museum“. Reden Sie mit und folgen Sie uns für noch mehr spannende Inhalte aus der Geschichte auf
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Programm-Highlights im November
Im Rahmen unserer Aktionswoche gegen Antisemitismus erwartet Sie eine spannende #nachgefragt-Führung am 10. November mit Victoria Borochov, Vizepräsidentin der Jüdischen österreichischen Hochschüler:innen. In zwei besonderen Veranstaltungen geht es durch unsere Sonderausstellung „Hitler entsorgen“: Am 3. November in einer Kuratorinnenführung mit Eva Meran, am 17. November wird die Ausstellung in der Dialogführung „Power of Display“ aus der Perspektive von Gestaltungsfragen beleuchtet. Zeithistoriker Peter Longerich präsentiert am 29. November sein neues Buch „Außer Kontrolle“ – Deutschland 1923 im hdgö: Seien Sie bei der Diskussion mit Presse-Außenpolitikchef Christian Ultsch dabei, wenn es um Inflationstrauma und die Chronologie eines Hyperkrisenjahres geht.
Der November im hdgö
 
 
 
Sicherheit und Öffnungszeiten

Das Museum hat von Dienstag bis Sonntag zwischen 10-18 Uhr, donnerstags von 10-21 Uhr für Sie geöffnet. Für Ihren sicheren Besuch finden Sie alle aktuellen Informationen auf unserer Webseite. Lesen Sie hier nach.
 
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